Winterdienst in Marl abstumpfend gestreut, nicht aufgetaut.
Marl hat Anteil am Wasserschutzgebiet Haard, und die Straßenreinigungssatzung lässt Salz auf Gehwegen grundsätzlich nicht zu. Splitt, Sand und Granulat sind hier keine Alternative, sondern der Weg.
Marl ist keine Stadt mit einem Zentrum, sondern eine mit elf sehr verschiedenen Stadtteilen. Der Stadtkern wurde ab den 1960er-Jahren als künstliche neue Mitte angelegt: Scheibenhochhäuser in rechtwinkliger Anordnung, vierspurige Ringe, der Marler Stern und vier sogenannte Hügelhäuser mit großen Terrassen, Gartenhöfen im Erdgeschoss und Stellplätzen im Untergeschoss. In Hüls-Süd, dem einwohnerstärksten Stadtteil, liegen Fußgängerzonen an Hüls- und Trogemannstraße. Marl-Hamm und Sinsen-Lenkerbeck grenzen an die Haard, Polsum ist ein bis 1975 eigenständiges Dorf geblieben.
Paragraf 4 der Satzung über die Reinigung der öffentlichen Straßen sieht vor, dass Gehwege in einer Breite von 1,50 Metern von Schnee freizuhalten sind und bei Eis- und Schneeglätte mit abstumpfenden Stoffen – Sand, Asche, Granulat – zu streuen ist; Salz und sonstige auftauende Stoffe sind grundsätzlich nicht gestattet. Die Stadt weist zusätzlich öffentlich darauf hin, dass auf Gehwegen umweltfreundliche Streumittel zu verwenden sind.
Im Nordosten kommt ein zweiter Grund hinzu. Marl hat Anteil am festgesetzten Wasserschutzgebiet Haard, das mit Verordnung vom 9. Juli 1990 festgesetzt wurde und dessen Betreiber Gelsenwasser ist; Anteil daran haben außerdem Datteln, Haltern und Oer-Erkenschwick. In Sinsen-Lenkerbeck und Marl-Hamm ist die Wahl des Streumittels damit nicht nur eine Frage der Satzung.
Was in Marl besonders ist.
Wasserschutzgebiet Haard im Nordosten
Das Gebiet ist seit dem 9. Juli 1990 festgesetzt, Betreiber ist Gelsenwasser. Für Objekte in Sinsen-Lenkerbeck und Marl-Hamm bedeutet das: Auftaumittel scheiden aus, abstumpfende Streumittel sind der Weg, und das Streugut wird nach Ende der Glätte wieder aufgenommen, statt in die Randbereiche gespült zu werden.
Halden und Rampen sind die zulässigen Salzstellen
Die Halde Brinkfortsheide Fortsetzung erreicht 116,8 Meter über Normalhöhennull, die Lipper Höhe 88,1, die Petersbergdeponie 88,0. Dazu kommen die Tiefgaragenzufahrten der Hügelhäuser im Stadtkern, deren Stellplätze im Untergeschoss liegen. Rampen und starke Steigungen sind die Abschnitte, an denen ein Auftaumittel überhaupt in Betracht kommt – sie gehören objektbezogen benannt.
Die Ost-West-Verbindung ist der Engpass
Bergstraße, Victoriastraße, Bahnhofstraße und Schulstraße bilden die einzige durchgehende innerstädtische Ost-West-Verbindung und sind zu großen Teilen überlastet. Wer Objekte in Hüls und in Sinsen-Lenkerbeck betreut, kann sie im Winter nicht in beliebiger Reihenfolge anfahren. Die Touren werden deshalb nach Stadtteil geschnitten und früh begonnen.
Was der Winterdienst in Marl umfasst.
Räumen der vereinbarten Gehwege in der satzungsgemäßen Breite von 1,50 Metern, dazu Zugänge und Stellplatzflächen
Streuen mit abstumpfenden Stoffen – Sand, Granulat, Splitt – als durchgehender Standard
Gesonderte Behandlung von Rampen und Steigungsstrecken, in Absprache und mit Rücksicht auf die Lage im Wasserschutzgebiet Haard
Räumen der Zuwegungen in den Siedlungslagen, wo Wohnwege mehreren Häusern gemeinsam gehören
Aufnahme des Streuguts nach Ende der Glätte
Einsatzdokumentation mit Zeitstempel
Der genaue Umfang entsteht bei der Objektaufnahme. Den vollständigen Leistungsrahmen zeigt die Seite Winterdienst; wie wir Marl insgesamt betreuen, steht auf Objektmanagement Marl.
Von Dorsten nach Marl
Hüttenstraße 1, 46284 Dorsten
Wir fahren Marl von der Hüttenstraße in Dorsten aus an — rund 13 km.
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Unser Objekt liegt in Sinsen-Lenkerbeck. Darf dort überhaupt gestreut werden?
Gestreut werden muss sogar – nur eben mit dem richtigen Material. Sinsen-Lenkerbeck gehört zu den Lagen, in denen Marl Anteil am festgesetzten Wasserschutzgebiet Haard hat. Die Satzung schreibt ohnehin abstumpfende Stoffe vor; im Schutzgebiet kommt der Gewässerschutz als zweiter Grund dazu. Wir streuen dort mit Splitt oder Granulat und nehmen das Material nach der Glätte wieder auf.
Unsere Anlage im Stadtkern hat eine Tiefgaragenrampe. Was gilt dort?
Rampen gehören zu den Stellen, an denen ein Auftaumittel überhaupt sinnvoll und vertretbar sein kann – anders als auf dem ebenen Gehweg. Die Hügelhäuser im Marler Stadtkern haben ihre Stellplätze im Untergeschoss, die Zufahrten liegen entsprechend im Gefälle. Wir nehmen solche Abschnitte einzeln ins Leistungsverzeichnis auf und legen fest, was dort eingesetzt wird, statt es im Einsatz zu entscheiden.
Was passiert nach dem Winter mit dem Splitt?
Er wird aufgenommen und abgefahren. Das ist kein Nebenpunkt: Liegen bleibender Splitt landet über den Winter in Rinnen, Einläufen und Grünflächen, und in einer Stadt mit rund 60 Prozent Grün-, Wald- und Wasserfläche und Anteil am Wasserschutzgebiet Haard ist das der falsche Ort dafür. Der Kehrgang im Frühjahr gehört deshalb zum Leistungsumfang und nicht in eine Nachtragsposition.
Winterdienst in der Nachbarschaft.
Wir sind im gesamten Einsatzgebiet unterwegs. Für Verwaltungen mit mehreren Objekten lassen sich Termine zusammenlegen.
Wir sehen uns das Objekt an und stellen den Umfang zusammen, der vor Ort wirklich gebraucht wird. Rückmeldung innerhalb eines Werktages, telefonisch unter 02362 7409030.